Rocco del Schlacko 2010
Sonntag, August 15th, 2010Lange hatte ich überlegt, ob ich hingehen soll, aber schließlich hat das sensationelle Line-Up des Rocco-Samstags über den hohen Preis und die knapp bemessene Freizeit gesiegt. Also habe ich mich gestern gegen 16:30h in mein Auto gesetzt und bin zum Rocco del Schlacko aufgebrochen.
Zunächst einmal war ich überrascht, dass die Menschen tatsächlich Parkgebühren von mir haben wollten… um auf nem verdammten Feld zu parken! Zwar wurde man ordentlich eingewiesen, aber mal ganz im Ernst… 2€ für ein Feld finde ich fast albern. Zumal der Parkplatz so riesig war, dass ich effektiv so weit vom Festivalgelände wegstand, dass ich auch fast hätte gleich komplett zu Fuß kommen können… aber nunja.
Danach wanderte ich zum Gauptgelände und erstand eine Eintrittskarte, welche am nächsten Stand in ein Festivalbändchen umgetauscht wurde. Die 37€ Eintritt hätte ich mir übrigens sparen können - zwar wurde bei der Kontrolle sogar ein Blick in das ca. 6×8cm große Innenfach meiner Tasche geworfen, die Karte oder gar das Bändchen wollte allerdings niemand sehen.
Als ich ankam, waren auf der Bühne gerade die Vorbereitungen für Blumentopf am laufen. Ich platzierte mich dann gleich mal relativ weit vorne und schaute mir den gar grandiosen Auftritt an, der zeitlich allerdings schon etwas knapp ausfiel. So war leider nur Zeit für einige neue Stücke, einige wenige Klassiker und eine kleine Freestyle-Session, welche allerdings äußerst gelungen war.
In der Umbaupause wanderte ich erst mal etwas über das Gelände und sammelte im Verlauf diverse Menschen ein. Für die Donuts standen wir dann relativ weit hinten und sahen auch generell wegen der großartigen Staubwolke nicht allzu viel. Donuts waren okay. Nicht wirklich gut, aber auch nicht schlecht.
In der nächsten Pause trafen wir weitere Menschen und beschäftigten uns ausführlich mit Pizzabaguette und Red Bull. Will man auf dem Rocco del Schlacko Essen und Getränke erstehen, muss man im Übrigen sein Geld in Rocco-Coins (nicht zu verwechseln mit Kois) eintauschen. Für 9,60€ kriegt man 8 Coins. Wenn man dann bedenkt, dass eine Cola 2 Coins kostet, ist das erstens gar nicht mal so billig und zweitens seltsam. Warum nicht einfach runde Preise? Aber naja.
Als nächstes kam dann Bela B. Ich muss vorneweg sagen, dass ich zu dÄ-Soloprojekte von jeher ein etwas gespaltenes Verhältnis habe. Irgendwie fehlt einfach immer was. Warum nur Pommes, wenn man Schnitzel mit Pommes und Gemüsebeilage haben kann? Und genau diesen Eindruck erweckte Bela einfach - von vorne bis hinten hatte man das Gefühl, 33% der Ärzte zu sehen und nicht einen eigenständigen 100%-Act. Bitte nicht falsch verstehen: 33% von SCHEISSEGEIL sind halt immer noch nicht schlecht, aber ehrlich gesagt war ich ein kleines bisschen enttäuscht.
Nach Bela B. folgten Wir sind Helden, von denen ich ja aus Prinzip her eher Abstand halte. Die Sängerin hat einfach eine sehr unbeeindruckende Stimme, und live hatte ich fast Angst, mitzusingen, weil ich das Gefühl hatte, dass man sie dann gar nicht mehr hört. WSH haben hauptsächlich bekannte Sachen gespielt, was auf einem gemischten Festival wohl eh nicht die schlechteste Idee ist. Ich war ansatzweise positiv überrascht… allerdings nicht positiv genug, um mir die letzte Viertel Stunde zu schenken und erst mal ein Crêpes (im Wert von 3 Rocco-Coins… wtf) zu essen.
Während der Umbaupause strömten ca. 850.000 Leute auf das Gelände, die offenbar großes Interesse am Hauptact des Abends hatten: Fettes Brot. Da ich keine Lust hatte, mit diesen 850.000 Leuten zeitgleich herauszuströmen, beschloss ich: “Okay, hörste dir ein paar Lieder an und verschwindest dann.”. Dieser Entschluss ist leicht gefasst, aber schwer durchzuführen, wenn man fucking Fettes Brot vor sich auf der Bühne stehen hat. Denn die sind live einfach verdammt geil. Lied und Lied wurde gespielt, und ich war immer noch da
Nach “The Grosser” (was ja per Definition mein Lieblingsbrotlied ist und in Verbindung mit “Silberfische in meinem Bett” einfach verdammt nochmal rockt) konnte ich mich dann fast aufraffen und bin in Zeitlupe auf den Ausgang zu, um dann effektiv doch noch ein paar Lieder mehr mitzukriegen. Trotzdem siegte dann Vernunft über OMFGFETTESBROT und ich wanderte zu meinem Auto…
Nachdem ich das Auto gefunden hatte (was auf einem riesigen, unbeleuchteten Parkplatz relativ… interessant ist), folgte ich den Schildern “Ausfahrt”. Und wurde über unendlich viele Feldwege gelotst, um dann schließlich vor Niedersalbach rauszukommen (wie auch immer DAS funktioniert hat). War für mich halt gut, aber wer sich in der Gegend nicht auskennt, hatte wohl weniger Spaß
Fazit: Staubig. Rockig. Trotz wenig wirklich Highlights (Bluementopf und Fettes Brot halt ;)) hat es sich im Schnitt gelohnt. Hiphopo del Schlacko olé.



